Die ständigen Debatten über die Zukunft der Altersvorsorge scheinen die Bundesbürger zu verunsichern: eine INSA-Umfrage zeigt, dass das Vertrauen massiv gelitten hat. Betroffen sind alle Vorsorgeformen, gesetzliche, betriebliche und auch private Lösungen. Das ist ärgerlich, denn eine Verdrängung des Themas kann keine Lösung sein.

Eine aktuelle Meinungsumfrage aus dem Hause INSA zeigt eine bedenkliche Tendenz. Das Vertrauen der Deutschen in die Altersvorsorge hat zum Jahresende 2018 gegenüber dem Vorjahr enorm gelitten. Betroffen sind nicht nur bestimmte Vorsorgeformen, sondern geradezu alle. Der Vertrauensverlust betrifft die gesetzliche Rente ebenso wie Betriebsrenten und die private Vorsorge. Die Umfrage hat das privatwirtschaftliche Think Thank "Deutsches Institut für Altersvorsorge" in Auftrag gegeben.

Konkret sollten die Bürger auf einer Skala von null ("völlig unsicher") bis zehn ("ganz sicher") angeben, wie viel Vertrauen sie in konkrete Altersvorsorge-Formen haben. Am besten schnitt dabei noch die betriebliche Vorsorge ab, also über Betriebsrenten, Pensionskassen etc.. Aber auch hier konnte im Schnitt nur ein Vertrauenswert von 5,0 erreicht werden: das ist gerade einmal die Hälfte. 2017 hatte der Vertrauenswert noch 0,7 Prozentpunkte höher gelegen.

Noch düsterer sieht es freilich bei der privaten Vorsorge und der gesetzlichen Rente aus. Das Vertrauen in die private Altersvorsorge stürzte von dem Wert 5,9 auf nun 4,8 ab, die Rente gar von 5,7 auf nun 4,2. Hier ist anzunehmen, dass die ständigen Debatten über die gesetzliche Rente die Bürger ebenso verunsichert haben wie jüngste Skandale bei Vorsorgeanbietern wie dem Container-Investor P&R.

Verzicht ist keine Option!

Die Umfrageergebnisse lassen vermuten, dass einige Deutsche komplett auf eine zusätzliche Altersvorsorge verzichten werden. Krass ist die Situation teilweise bei Selbstständigen, die nicht einmal über die gesetzliche Rente abgesichert sind. Verzicht ist aber keine Option, denn dann droht im Alter tatsächlich die Armut. Hier sei daran erinnert, dass die Deutschen immer älter werden: und folglich auch längere Zeiten mit ihrer Rente überbrücken müssen. Doch auch einer Vorsorge mit Fonds und Aktien sind die Bundesbürger gegenüber abgeneigt. Ganze vierzehn Prozent aller Deutschen halten Aktien!

So rechnen laut Umfrage auch zwei von drei Deutschen damit, dass sie ihren Lebensstandard im Alter deutlich nach unten korrigieren müssen. Das ist kein unabwendbares Schicksal. Fakt ist: Es gibt in allen Bereichen gute Möglichkeiten, seriös für das Alter vorzusorgen. Man findet verlässliche Anbieter, indem man sich umfangreich informiert, möglichst aus mehreren Quellen, die Geschäftsmodelle auch kritisch hinterfragt - und nur sein Geld in Anlagen steckt, die man auch versteht. Dabei ist es wichtig, Risiken zu streuen, indem man das Geld nicht in eine einzige Anlageform steckt. Ein Beratungsgespräch kann helfen, das Misstrauen in Anlageprodukte abzubauen.